Montag, 8. September 2014

Erntezeit ist Einkochzeit

Wir haben keinen eigenen Garten, nur einen kleinen Balkon. Aber um uns herum gibt es so viele verlassene Obstbäume, dass wir im Sommer auch kiloweise ernten und einkochen können. Das kleine Mädchen liebt diese Nasch-Spaziergänge und in fußläufiger Umgebung haben wir jetzt schon Bäume mit Mirabellen, Äpfeln, Kirschen, Pflaumen, Haselnüsse, Walnüsse, Brombeersträucher und Johannisbeeren gefunden. Alles am Wegesrand, von niemandem geerntet. Hier stehen auch noch viele knorrige Bäume mit alten, leckeren Sorten.

Zum Beispiel Mirabellen. Hier stehen riesige Mirabellenbäume, die jetzt mehr orange als grün sind. Wir haben daraus Mirabellensirup gekocht.
Dazu habe ich die Mirabellen gewaschen und mit 250ml Wasser im Schnellkochtopf im Siebeinsatz zukochen lassen. 20 Minuten beim zweiten Ring kochen lassen und wenn man den Topf dann langsam aufmacht, sind die Schalen aufgesprungen und der leckere (sehr saure) Saft ist herausgeflossen. Den habe ich in einem großen Topf gesammelt und am Ende mit Zucker abgeschmeckt. Dann in heiß ausgespülte Flaschen gefüllt und jetzt haben wir einen leckeren, schnellen Sirup für Mirabellenschorle. Durch die Säure schmeckt der an heißen Tagen sehr erfrischend. Ungesüßt kann man aus dem Saft auch mit entsprechend viel Gelierzucker schnell Mirabellenmarmelade machen. Das haben wir mit dunklen Mirabellen gemacht, die waren etwas süßer als die gelben.

Letzte Woche habe ich dann an einem Feldrand Unmengen Birnenbäume entdeckt. Wir haben gestern eine halbe Elchtasche voll Fallobst dort aufgesammelt, das wollte bestimmt niemand mehr.


Alles gewaschen, grob geviertelt, die schlechten Stellen raus und auch im Siebeinsatz vom Schnellkochtopf mit 250ml Wasser entsaftet. An den Saft muss eigentlich gar nicht mehr viel ran, da er schon so sehr lecker ist. Wir haben ihn weiterverarbeitet zu samtig- dickem Birnensaft mit Karamell und Zimt für kalte Tage und Birnenmarmelade mit Vanille. Für die Marmelade einfach den Saft mit einer kleingeschnittenen, eingeritzten Vanilleschote aufkochen und dann entsprechend der Menge Gelierzucker hinzugeben. Und der dicke Saft, den man am besten warm trinkt, geht auch ganz leicht. Im Topf Zucker zu Karamell schmelzen, auf 1l Saft etwa 2EL Zucker. Wenn der richtig schön goldgelb ist, den noch heißen Saft dazugeben und alles gut verrühren, bis der Karamell komplett gelöst ist. Mit einer Zimtstange aufkochen und noch etwas dicklich einkochen lassen. Am Ende heiß in heiß ausgespülte Flaschen füllen.

Eine bunte Auswahl der Küchenschätze - gelber Mirabellensirup, roter Birnensaft mit Zimt und Karamell, dunkle Mirabellenmarmelade und Birnenmarmelade mit Vanille
Zur Haltbarkeit kann ich leider noch nichts sagen, der Birnensaft ist einfach immer zu schnell alle, aber der Mirabellensaft hat jetzt schon ein paar Wochen gehalten.

Scraptechnisch stecke ich in den letzten Zügen der Papierhochzeitstorte. Auf dem Crop am letzten Samstag habe ich schon 4h lang Transparentpapierblümchen zusammengebaut. Jetzt kommt noch der letzte Dekoschniggelkram dazu. Und gefüllt werden muss sie natürlich auch noch. Dann kann sie am Samstag überreicht werden.

Ich wünsche euch noch einen schönen Tag!

Kommentare:

  1. Einkochen ist nicht so meins, nicht weil ich es nicht mag, eher, weil mir der Vorratsraum fehlt.

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  2. mmmmh lecker....
    das ist hier leider auch so, dass keiner aufsammelt - dafür bekommt man aber
    auf den Deckel, wenn man sich das Zeug dann nimmt.... naja
    Sieht aber lecker aus und klingt noch leckerer was ihr da so gezaubert habt

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    1. Wirklich? Das ist ja blöd.
      Freunde haben auch gute Erfahrungen gemacht mit Fragen. Manches älteres Ehepaar ist ja auch durchaus froh, wenn sie das Zeug los sind. Und so durften die letztes Jahr mal eine Apflebaumwiese leer pflücken und haben literweise Apfelsaft gepresst.

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