Mittwoch, 5. August 2015

Tutorial: Wie stelle ich ein Scrapbook-Kit zusammen?

Scrapbook-Kits sind eine tolle Sache, um schnell Layouts zu scrappen. Kein ewiges Suchen, keine Grübeleien, keine vertane Zeit. Mit vorausgewähltem Material kann man einfach drauf loswerkeln. Dafür kann man sich zum Einen ein Kit-Abo gönnen oder aber man stellt sich selbst Kits aus dem vorhandenen Material zusammen. Und in Anbetracht der Tatsache, dass man erfahrungsgemäß immer mehr Produkte daheim anhäuft, ist das gar nicht so eine schlechte Idee. Im SBT habe ich jetzt eine Challenge angestoßen, wo wir gemeinsam nach einer vorgegebenen Inspiration Kits zusammenstellen wollen. Einige haben sich ganz begeistert gemeldet und ich bin schon total gespannt auf die Ergebnisse.

Da viele das erste Mal ein Kit bauen, zeige ich euch mal, wie ich meine Kits zusammenstelle.

Die Größe und Zusammenstellung des Kits hängt davon ab, was ich damit machen will. Layouts, ein bestimmtes Projekt wie ein December daily, PL, Homedeko oder ein Mini. Meine Kits haben die Größe der gängigen Scrapbook-Kits der Shops, denn ich habe genug Material vorrätig und mag nicht jeden Monat für viel Geld noch mehr bekommen, welches ich dann vielleicht gar nicht so gerne mag. Ich kaufe mir momentan stattdessen lieber gezielt die Papiere und Kleinteile, auf die ich Lust habe und kombiniere meine eigenen Kits.

Das Wichtigste zu allererst: Das Kit muss mir gefallen, daher wandern da auch nur Dinge rein, die ich verwenden würde. Ich verbiege mich weder bei den Materialien noch beim Stil, ich will damit schließlich gerne scrappen. Was nicht heißt, dass man nicht auch ältere oder herausfordernde Materialien einpacken kann. Aber eben mit Maß. Man sollte auf keinen Fall zu viel in die Kits packen, denn dann hat man das gleiche Problem wie ohne Kit - die Qual der Wahl und ewige Sucherei. Daher habe ich mir ein kleines Rezept gebastelt, nach dem ich meine Kits packe. Es lohnt sich auch, mal bei den Shopkits zu gucken und sich an deren Inhalt zu orientieren.

1. Inspiration
Zuallererst suche ich mir einen Startpunkt. Irgendeine Inspiration - einen Kit-Titel, Fotos, ein Moodbard, eine Farbkombination, ein Kit aus einem Shop (wie zum Beispiel im Rahmen der Counterfeit Kit Challenges) oder ein bestimmtes Thema. Heute habe ich mir dieses Moodboard gewählt.

Quelle: http://loveprintstudio.blogspot.co.uk
Jetzt sammel ich Ideen zu Farben, Formen, Materialien:
gelb, rot und rosa, hellblau, grün, Essen (Donut, Tee, Früchte), Printables und Journalingkarten, Handschrift, Wasserfarben, Girlanden, Konfetti, Dreiecke, Sterne, Washitape, Punkte, Streifen, Kinder.

2. Der Anfang - das Papier
Das Schwierigste beim Kit erstellen ist der Anfang. Meistens habe ich durch die Inspiration irgendwann ein Patterned Paper im Kopf, das dazu passt. Hier kam mir dieses Papier von Maggie Holmes aus der Styleboard-Kollektion in den Sinn.

Es vereint verschiedene Elemente vom Moodboard - die Farben, Wasserfarbe, Punkte, Konfetti. Mit diesem PP starte ich jetzt also, der Rest fügt sich ein.
Nun suche ich weitere Papiere zusammen, die zum Ersten passen. Dabei achte ich darauf, dass sie farblich stimmig sind und unterschiedliche Muster haben. Dezentere, um z.B. Hintergründe zu gestalten, etwas aufregendere Muster zum Layern oder als Blickfang. Farbintensivere und eher schlichte.

Material: American Crafts, Dear Lizzy, Amy Tangerine, Pink Paislee, Crate, Maggie Holmes, Fancy Pants
 Ich suche maximal 10 PP heraus, nicht mehr. Wenn ich mich nicht entscheiden kann, dann nehme ich das, was ich lieber mag. Ich versuche auch immer ein paar Scraps und Altlasten mit unterzubringen sowie neue "Streichelprodukte". Da einige meiner Scraps nur noch halbe Papiere waren, sieht man auf dem Foto scheinbar mehr als 10 PP. Nur 5 der PP sind doppelseitig bedruckt, der Rest ist einseitig. Die roten Papiere scheinen auf dem Foto sehr dominant, ich werde das Erdbeer- und Rosenpapier aber vor allem zum Ausschneiden und als Akzent nutzen, sodass es im Ganzen wieder passen sollte.

Heute habe ich zusätzlich noch ein Die-cut-Papier von Dear Lizzy eingefügt.


Nach einer Idee von Jen Schow habe ich diesmal auch ein passendes 6x6-Pad von American Crafts meinem Kit hinzugefügt.

 Wenn ihr das habt, dann steht schon mal das Grundgerüst vom Kit.

Da ich meist auf weißem CS scrappe, füge ich den nicht extra ein. Wer farbigen CS nutzt, kann noch 4-6 passende Bögen heraussuchen.

3. Dekoration - das Embellishment
Jetzt kommt mein Lieblingsteil: Embellishment heraussuchen. Um mich da etwas zu zügeln, habe ich mir ein kleines Rezept zusammen gestellt, an dem ich mich orientiere.
Ich suche also passend zum Papier 1 großes und ein kleines Alpha heraus. Da das eine Alpha nahezu alle ist, sind es zwei Große geworden.
Material: Amy Tangerine, Dear Lizzy, Teresa Collins

Dann füge ich 1-2 Bögen Sticker dazu, eventuell ein paar Journalingkarten oder Tags, eben Dinge, wo man Daten, Journaling etc. notieren kann, die Teile vom Titel ersetzen oder einfach ein paar Wörter drauf haben. Oft nutze ich dabei auch mehrere halbe Bögen, da muss man einfach mal entsprechend der Menge gucken.
Material: Dear Lizzy, Crate

Ich stempel viel zu selten, daher kommt in meine Kits immer ein Stempelset mit hinein. Diesmal sogar 2, ich wollte mich nicht entscheiden. Außerdem ist der Moment-Stempel mit den Küchenmotiven ja doch recht speziell und mit dem SU-Stempel habe ich auch noch die Möglichkeit Karten zu werkeln.
Material: Papierprojekt, Stampin up

Und dann 5 verschiedene Sorten Embellishment, ganz egal ob Einzelteile, Reste oder ganze Packungen. Ich wähle dabei manchmal auch ganz bewusst Sprühfarben oder Wasserfarben aus, da die sonst oft in meiner Schublade verschwinden..Beim Zusammensuchen achte ich vor allem darauf, unterschiedliche Materialien und Texturen zu wählen, sowie erhabene und flache Teilchen und verschiedene Größen.
Material: Freckled Fawn, MME, American Crafts, Crate, Studio Calico, Prima, Maggie Holmes, Amy Tangerine, Fancy Pants
Meine Embellis diesmal sind Wood veneers (Äpfel und Sterne), viele Die cuts und Vellumteilchen, Enamel shapes, Doilies sowie eine angerissene Packung Brads und Knöpfe.
Material: Crate

Jetzt ist das Kit schon fast vollständig. Beim Blick über die dazugefügten Embellishments schaue ich vor allem, ob es ausreichend viel ist (bei Restpackungen wird es manchmal etwas knapp) und was noch fehlen könnte. Mit einer Handvoll Kleinkram runde ich das Ganze ab. Das sind zum Beispiel kleinteiliges Vellum, ein paar Holzsterne, Enamel dots, Klammern, Stanzteile, Knöpfe, ein Stück Band - eben alles, was man in der Hand gut sammeln kann. Ich bin diesmal ganz zufrieden, sodass nur noch der Flair Button und etwas gelbes Twine dazukommen.

Auch Washi-Tape würde ich gerne häufiger nutzen, daher wähle ich 5 Rollen passend zum Kit aus.
Material: bespokedesign, MME, das mit den Bannern unbekannt

Auf meinen Pinterest-Boards dümpeln einige Printables und Cutfiles herum und deswegen suche ich auch davon jeweils eines aus. Im Idealfall drucke und plotte ich es schon aus und lege die Materialien mit zum Kit.
Quelle: http://apairandasparediy.com/2014/11/diy-printable-gift-tags-theyre-free.html

Das Cutfile habe ich auch ausgesucht, es lagert aber in meiner Silhouette-Bibliothek, daher kann ich es nicht verlinken.

Jetzt haben wir alles zusammen und können das Ergebnis auf uns wirken lassen: mein fertiges Kit "Sommerliebe".

Material: American Crafts, Dear Lizzy, Pink Paislee, Amy Tangerine, Fancy Pants, Crate, MME, Washi von bespokedesign, Stampin up, Papierprojekt, Teresa Collins, Printable
Zusammengefasst nochmal mein Rezept:
10 Patterend Paper
4-6 CS
1 großes, 1 kleines Alpha
1 Stickerbogen
ein paar Tags/Journalingkarten etc.
5 verschiedene Embellishment + plus eine Handvoll Kleinkram zum Abrunden
bis zu 5 Washitapes
1 Stempelset
1 cutfile, 1 printable

Von der Größe ist es einem Shopkit recht ähnlich, ich habe aber nicht den Anspruch es komplett aufzubrauchen. Nach 5 Layouts habe ich meist genug von dem Kit und teile es wieder auf. Dann kann man sich das nächste Kit zusammenstellen und oft wandern dann auch Einzelteile aus vorherigen Kits wieder mit hinein.

Anfangs hatte ich etwas Respekt, ob ich wohl so ein Kit bauen kann und wie lange das dauert. Aber wenn man einmal angefangen hat, ist es gar nicht schwer und soviel Zeit braucht man dafür nicht. Vor allem nicht, wenn man sich dafür die Suchezeit beim Scrappen spart.

Wer noch mehr Anregungen zum Kits zusammenstellen sucht, der kann mal auf meine Pinterestwand stöbern gehen.

Habt ihr Lust, auch mal in euren Regalen shoppen zu gehen und ein Kit zusammenzustellen? Ich wäre total gespannt auf eure Ergebnisse.

Ich wünsche euch noch einen schönen Tag!

Kommentare:

  1. WOW Anne, gestern die Idee fürs Forum geboren und heute gleich fleißig eine Hilfe für uns alle zusammengestellt ... mein Drucker rattert schon, damit ich deine tollen Seiten und Ideen gleich entspannt im Liegstuhl auf der Terasse lesen kann.

    Vielen Dank für deine viele Mühe, ich bin jetzt mal gespannt ... hihi, mit den Luftballons habe ich gerade eben ein Layout gewerkelt ... Gedankenübertragung ;-) ?

    Liebe Grüße von Iris

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  2. Ach so, ohne jetzt was gelesen zu haben ... das mit diesen Moodboards ist mir noch immer ein Rätsel ... stellst du dir die selbst zusammen, wie andere das auch machen oder suchst du sie dir bei PINTEREST heraus?

    LG von Iris

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    1. Ich hab mir das bei Pinterest rausgesucht. Ich hab es gesehen und fand es perfekt für ein Sommerkit. Erstellt wurde es siehe Quelle...
      Viele Grüße, Anne.

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  3. Vielen Dank für deine Anleitung!
    Ich habe mir bisher nie ein Kit zusammen gestellt, sondern einfach die Fotos genommen und mir (m)ein[e] Papier[e] geschnappt und drauf los gelegt. Dann passende Embellies dazu...fertig *g* Aber vll sollte ich deinen Weg mal ausprobieren =)

    Liebe Grüße
    Eileen

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